Suchmaschinenoptimierung ist nicht alles. Wenn alle Seiten im Index sind, der Blog gut verlinkt ist, die Blogbeiträge auf den vorderen Listenplätzen liegen, dann beginnt die abenteuerliche Zeit. Die Bots und Spider der Suchmashinen, die Datenkraken des Internets, sind nicht mehr für die meisten Seitenzugriffe verantwortlich.

Langsam aber sicher besuchen Menschen das Blog

Nichts ist härter und grausamer als das Auge eines neuen Besuchers! Zuerst die härteste Prüfung, reicht die Geduld bis die Seite aufgebaut ist ? Das laden dieses Blogs dauert zwischen 5 und 15 Sekunden, ist das dem Besucher zu lang, ist seine Hand schnell auf dem zurück Knopf.

Ist die Seite ersteinmal geladen, hat das Blog die erste Hürde genommen, es kann sich präsentieren. Der Mensch ist ein schneller Beobachter, trainierte Internetnutzer können eine Webseite in 3 Sekunden mit den Augen scannen. Hängen bleiben dabei Informationen wie, Navigationselemente, Werbeblöcke (werden in den meisten Fällen dann nicht mehr bewusst wahrgenommen), Überschriften, Bilder. Für den Fall das dieser flüchtige Ersteindruck nicht dem gesuchten entspricht und durch das Layout und die Formulierungen keine Neugier geweckt wird, ist der Besucher wieder weg… Ein hartes Brot man kann ihn mit nichts binden.

Die gute alte Zeit ?

In der Anfangszeit des Internets gab es an dieser Stelle natürlich noch Potenzial den Besucher zu halten, ihn in Ketten zu legen und an die Seite zu binden. Frei nach dem Motto bist Du ersteinmal da, lass ich Dich nicht mehr weg. Möglichkeiten die sich dem im wahrsten Sinne des Wortes gemeinen Webmaster anboten, waren Kaskaden von Popups, Dialogboxen die zum Bookmarken der Seite aufforderten, sperren und umleiten des zurück Knopfes auf die eigene Seite. Praktisch das festkleben, einzementieren der Füsse des Besuchers.

Aber was hat man damit erreicht, der Besucher ist verärgert, er kommt garantiert nicht wieder und er macht seinem Ärger Luft, in dem er jeden warnt, der auch nur in die Nähe der Seite kommt. Diese Dschungelphase des Internets ist glücklicherweise vorbei, Popup- und Werbeblocker schützen uns vor den Untiefen, die auf zwielichtigen Seiten lauern können. Diese arbeiten heute mehr im Hintergrund, versuchen ohne Aufmerksamkeit zu erregen Trojaner auf den Computer zu schieben, immer bedacht nicht erwischt zu werden.

Der Besucher ist da!

Was kann man tun? Er liest die Texte und bildet sich seine Meinung, er entscheidet ob sein Weg ihn wieder auf die Seite führen wird. Ob er Bookmarks setzt, den Feed in seinen Reader packt, ob er Kommentare hinterlässt, seine Meinung kundtut.

Hier packe ich an, hier will ich mehr ereichen!

Was muss ich versuchen? Bessere Texte schreiben! Der Schreibstil ist neben der Themenwahl das entscheidende Element. Und hier bin ich, ehrlicherweise, bei meinen ersten Blogeinträgen gescheitert. Stillos, abgehoben, langweilig! Meine Freundin meinte,

Du kannst besser reden als schreiben.

:( ein Schock, ich habe mir immer viel auf meine Ausdrucksweise eingebildet, ich kann doch reden, ich fessele Gesprächpartner durch meine Gedankenführung, bringe Menschen zum Lachen, begeistere durch gute Rethorik. Alles eine verkorkste Selbstwahrnehmung, oder der erste Zusammenstoß mit der Wirklichkeit, hart aber fair, wie eine Betonmauer am Ende einer Rennstrecke. Frontal erwischt aus voller Fahrt gerissen. Ich werde weniger denken mehr schreiben! Aus der Grube kommt man nur mit Schwung. Kritik ist wichtig, sie ist die Essenz des Web 2.0, mach es mir leicht und sag deine Meinung! Einfach, schnell, unten rechts auf den Kommentarlink klicken und Deinen Senf dazugeben…

By Björn-Christian Bönkost, February 28, 2009, 16:14 o'clock

 

Currently 2 comments

  1. Comment by Björn-Christian Bönkost

    Eine Sache die mich an Videos stört, ich kann Texte überfliegen, wenn sie mir nicht gefallen bin ich weg.
    Spulen bei Youtube ist da irgendwie nicht dasselbe, das Video bricht ab es dauert mit dem neuladen, ich hänge länger an einer Stelle fest.

    Beim Stil kann ich noch einiges ausprobieren das stimmt, aber 30 Ausrufezeichen? Da denk ich nicht an Enthusiasmus sondern eher an Kaserne ;)

  2. Comment by Michael Michalowski

    Deine Ausdrucksweise ist gut – aber sie gleicht vielen existierenden Bloggern. Heb dich ab – benutze Slang, oder enthusiastisch geschriebene Sätze (Notfalls mit 30 Ausrufezeichen?) oder beginne ein Videoblog. Wenn du besser sprichst als schreibst – sprich mit uns! :)